Risiko- und Money-Management (RMM)

Bild-Risiko-Money-Management

Das Risiko- und Money-Management (kurz RMM) ist neben dem Chance-Risiko-Verhältnis und dem Trade-Management der wichtigste Faktor für den langfristigen Erfolg eines Traders. Obwohl das RMM im Endeffekt aus nur zwei einfachen Regeln besteht, schaffen viele Trader es nicht, sich an diese scheinbar einfachen Regeln zu halten und schädigen somit Ihr Kapital nachhaltig.

Ziele des Risiko und Money-Managements

  • Kapital erhalten
  • Verluste begrenzen
  • Gewinne maximieren

Langfristig kommt es beim Trading nämlich nicht auf die wenigen hohen Gewinne an, sondern wie hoch die Verluste waren. Die Verluste zu begrenzen, ist also der Schlüssel zum langfristigen Erfolges eines Traders. Der aller größte Fehler eines Traders ist, die Verluste nicht zu begrenzen sondern weiter laufen zu lassen. Laufende Verluste sind nämlich mit Abstand die Todesursache Nr.1 für Depots. Viele Trader wollen entstandene Verluste zurückholen, indem Sie den Stoploss in den Risikobereich verschieben. Das ist einer der größten Fehler überhaupt!

Wichtig ist dass Sie verstehen, dass es auf jeden Fall Zeiten geben wird, in denen Sie mehrere Trades hintereinander in den Sand setzen. Genau an diesem Punkt ist es wichtig, dass Ihre Stops greifen um die Verluste zu begrenzen. Fängen Sie nämlich einmal damit an Ihren Stop-Loss in die Risikozone zu verschieben, befinden Sie sich recht schnell in einem Teufelskreis wieder. Der Stop wird dann immer weiter nach unten korrigiert um den drohenden Verlust doch noch zu verhindern. Das führt jedoch zu einem irreparablen Schaden Ihres Kapitals.

Die erste Regel des RMM heißt darum:

Regel 1: Stops werden nur in Gewinnrichtung verschoben. NIEMALS in Risikorichtung!

 

Reihenfolge einer Positionseröffnung

Bevor Sie einen Trade eröffnen, müssen Sie einen Einstiegspunkt, einen Stop-Loss und einen Take-Profit-Punkt festlegen. Das machen Sie anhand des Chartbildes und Ihrer Strategie. Sie haben also keinen direkten Einfluss darauf wo diese Punkte liegen.

Danach prüfen Sie anhand des CRV ob sich der Trade überhaupt lohnt. Auch darauf haben Sie keinen Einfluss. Das sind nämlich die Rahmenbedingungen des Marktes.

Ist das CRV auch okay, kommt nun der Teil des RMM auf den Sie Einfluss nehmen können. Nämlich die Bestimmung der Positionsgröße. Also wie viele Lot, Pips oder Aktien können Sie eigentlich handeln? Nur mit der Positionsgröße kann man bestimmen wie viel ein Pip wert ist. Mit der Wahl der richtigen Positionsgröße, kann man seine Chancen in Verbindung mit der richtigen Trading-Strategie schnell vervielfachen. Wie wichtig die Wahl der richtigen Positionsgröße ist, verdeutlicht die folgende Grafik.

Bild-Risiko-Money-Management

Hier sehen wir ein und die selbe Strategie auf den selben Asset. Bei beiden Verläufen wurden bezüglich des Einstieges, des Ausstieges und das Trade-Managements vollkommen identische Handelsgeschäfte abgeschlossen. Abweichungen zwischen beiden Taktiken gab es nur bei der Wahl der Positionsgrößen. In der rot dargestellten Taktik wurden immer 100€ pro Trade riskiert. Die schwarze Kontokurve nutze den sogenannten Fixed-Ratio-Ansatz und somit immer 1% des aktuellen Kontostandes als Trade-Risiko. Der Gewinn bei der blauen Kurve war durch den Zinseszinseffekt fast 10 mal größer und das nur, weil sich der Trader über die Wahl der richtigen Positionsgröße Gedanken gemacht hat. Durch eine falsche Wahl der Positionsgröße kann ein Trader seinen Vorteil verspielen, den er eventuell durch eine gute Taktik hat.

 

Bestimmung der richtigen Positionsgröße

Doch was ist nun die richtige Positionsgröße? Dabei kann man sich an dem Fixed-Ratio-Ansatz orientieren. Dieser ist das Standartmodell innerhalb des Risiko- und Money-Managements. Mit ihm wird das Risiko als ein fester Prozentsatz vom aktuellen Konto definiert. Um das Modell anzuwenden, muss der Trader neben seinen aktuellen Kontostand Drei Dinge kennen:

  1. Geplanter Einstiegspreis
  2. Stop-Loss
  3. Prozentualer Risikobetrag

 

Letzterer wird nicht für jeden Trade einzeln festgelegt, sondern über eine gewisse Zeit hin konstant gehalten. Wir nehmen niemals mehr als 2%. Am besten kann man das in einem Beispiel erklären.

 

Berechnung der Positionsgröße (Beispiel)

Ein Trader hat einen Kontostand von 10.000€ und ist bereit, 2% seines Kapitals für einen Trade zu riskieren. Er tradet CFDs auf eine Aktie XY. Nachdem er das Chartbild analysiert hat, legt er seinen Einstiegspunkt bei 120€ und sein Stoploss bei 110€ fest. Um aus diesen Rahmenbedingungen die zu kaufenden Stückzahlen zu ermitteln, sind ein paar kleine Rechenschritte notwendig.

Als erstes wird ermittelt, wie groß das Risiko pro gekauftem Stück ist. Dieses ergibt sich aus der Differenz von Einstiegspreis und Stop-Loss:
120€110€ = 10€

Andererseits möchte der Trader ja nicht mehr als 2 % seines Kontos verlieren, wenn der Stop ausgelöst wird. In Euro beträgt dieses Risiko:
2% von 10.000€ = 0,02 x 10.000 = 200€

Mit diesen beiden Größen lässt sich nun sehr leicht ermitteln, wie viele CFDs er traden kann. Also wie hoch die Positionsgröße ist:
Stückzahl = 200€ : 10€ = 20 Stück

Der Trader gibt nun also eine Kauforder von 20 Aktien zu 120€ auf und sichert diese mit einem Stoploss bei 110€ ab. Sollte der Trade im Verlust ausgestoppt werden, verliert er nur seine 2%.

 

Fazit

Die Vorteile des Fixed-Ratio-Ansatzes liegen auf der Hand. In guten Phasen, in denen die eigene Trading-Strategie Gewinne erwirtschaftet, entsteht ein positiver Zinseszinseffekt und die Gewinnperformance beschleunigt sich. In schwierigen Phasen hingegen wird die Positionsgröße automatisch verkleinert, wodurch die Verluste abgemildert werden.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass der Trader seine Positionsgröße strukturiert bestimmt und nicht einfach aus dem Bauchgefühl heraus. Da jeder Trade mit dem gleichen Risiko (z.B. 2%) gewichtet wird, stabilisiert sich auch die Performance-Kurve.

Wie hoch das zu riskierende Risiko sei sollte, kann man nicht pauschal sagen. Es kommt darauf an wie emotional und wie risikobereit ein Trader handelt. Je geringer das Risiko, desto leichter fällt der Trade. Das ist eine vor allem eine psychologische Sache. Als Obergrenze nimmt man meistens 2%.

Das ich auch die zweite wichtige Regel des Risiko- und Money-Managements:

Regel 2: Riskieren Sie niemals mehr als 2% Ihrer Kontogröße pro Trade!

Die Erste war:

Regel 1: Verschieben Sie Ihren Stop-Loss niemals in den Risikobereich!

Gefällt Ihnen diese Seite? Jetzt teilen:
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on LinkedIn
Linkedin
Share on Xing
Xing