Was ist Volumen-Trading? + Einfach Strategie

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Bei der Art wie man den Markt analysiert um beispielsweise einen geeigneten Einstiegspunkt zu finden, gibt es unterschiedliche Methoden. Manche Trader benutzen die Chartanalyse, wiederum andere bevorzugen die Markttechnik und dann gibt es Trader, die auf das Volumen-Trading schwören.

Alle drei Varianten haben so ihre speziellen Vorzüge und für welche Sie sich entscheiden ist auch vollkommen egal, wenn Sie damit erfolgreich sind. Das alle Beste ist jedoch, wenn Sie sich gar nicht für nur eine dieser drei Varianten entscheiden, sondern für alle drei. Man sollte beim Traden versuchen das Beste aus allen Welten mitzunehmen, anstatt sich nur stur auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren.

Ich empfehle also ganz klar einen Mix aus der Chartanalyse und der Markttechnik, gepaart mit Indikatoren und dem Volumen-Trading!

 

Was ist Volumen-Trading?

Doch was ist das in letzter Zeit so unglaublich gehypte Volumen-Trading eigentlich? Viele Trader glauben ja mittlerweile mit dem Volumen-Trading den heiligen Gral entdeckt zu haben. Um mit diesem Mythos aufzuräumen und das Volumen-Trading etwas zu entzaubern, werfen wir heute einen genauen Blick auf das Volumen beim Trading und schauen, wie wir es für unser Trading gewinnbringend nutzen können.

Betrachten wir einen herkömmlichen Chart (Linien-, Balken- oder Kerzenchart), so können wir zwei Dinge ablesen. Die Zeit und den Kurs.

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Was man jedoch nicht sieht, ist das Volumen. Also wie viele Einheiten gehandelt wurden. Eine Kerze im Kerzenchart beispielsweise, repräsentiert die Kursbewegung innerhalb der gewählten Zeiteinheit. Die Stückzahl ist nicht ersichtlich. Man darf keinesfalls den fatalen Fehler machen und das Momentum (die Länge einer Kerze) mit dem Volumen verwechseln. Das Volumen hat nichts mit der Länge einer Kerze zu tun. Das Momentum bezeichnet lediglich die Stärke einer Bewegung. Also den Kauf- oder Verkaufsdruck. Je stärker eine Bewegung ist, desto länger ist die Kerze. Das Volumen kann trotzdem klein sein. Oft ist das Volumen an einer starken Bewegung auch hoch, aber es muss nicht zwangsläufig so sein.

Um vom Volumen überhaupt profitieren zu können, brauchen wir starke Kursbewegungen. Starke Kursbewegungen treten insbesondere an Widerstands- und Unterstützungszonen auf, denn genau an diesen Stellen fallen Angebot und Nachfrage ganz besonders ins Gewicht. Jeder Kurs wird immer durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

  • Ist das Angebot hoch und die Nachfrage gering, fällt der Kurs.
  • Ist das Angebot geringer als die Nachfrage, steigt der Kurs.

Wir halten also fest, dass wir an Widerstands- und Unterstützungszonen an denen starke Kursbewegungen stattfinden, das meiste Geld verdienen können. Die Frage die sich jetzt stellt ist, wo treten diese Zonen auf. Genau dafür können wir das Volumen nutzen. Wir bestimmen mit Hilfe des Volumens, Widerstands- und Unterstützungszonen, an denen starke Kursbewegungen stattfinden. Diese Zonen kann man natürlich auch mit Hilfe der Chartanalyse und Indikatoren bestimmen. Wir wollen hier aber das Volumen mit einbinden um so ein sichereres Signal zu erhalten.

 

Volumen einzeichnen und richtig nutzen

Dazu lassen wir uns in unserem Tradingprogramm das Volumen einblenden. Im Meta Trader 4, geht das einfach unter Einfügen > Indikatoren > Volumen > Volumen.

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  • Grüne Balken weisen auf ein Anstieg des Volumens zum vorherigen Volumen hin.
  • Rote Balken weisen auf ein Abstieg des Volumens zum vorherigen Volumen hin.

Als Nächstes suchen wir nach Volumenspitzen. Die ganzen Phasen in denen wenig Volumen herrscht, interessieren uns nicht. Es muss ein klare, sehr hohe Volumenspitze entstehen. Je geringer das Volumen vorher war, desto besser.

Volumenspitzen signalisieren uns, dass an dieser Stelle viele Trader in den Markt gekommen sind. Das Marktinteresse ist also erheblich erhöht. Diese Trader kommen jetzt entweder long oder short und den Markt und beeinflussen unseren Kurs. Ansteigendes Volumen kann also auch ein Indiz für eine Trendwende sein, denn das Volumen steigt, wenn der Markt sich in Richtung des wahren Trends entwickelt. Wie der wahre Trend aussieht, muss man sich in der übergeordneten Zeiteinheit (der Großwetterlage) angucken.

Außerdem stellt ein hohes Volumen häufig ein Warnsignal da. Es kann nämlich durchaus sein, dass sich in einem beispielsweise bärischen Markt, zu viele Sell-Orders gestaut haben und der Verkaufsdruck einfach zu groß wird. Deshalb sollte man bei erhöhtem Volumen unbedingt darauf achten, ob der Markt schon lange in eine Richtung gelaufen ist und der Markt überkauft oder überverkauft ist.

Haben wir eine Volumenspitze ausfindig gemacht, können wir an ihr Widerstands- und Unterstützungszonen einzeichnen.

Dafür zeichnen wir eine horizontale Linie an den oberen und unteren Docht der Kerze die über der Volumenspitze liegt. Am besten man fährt mit dem Fadenkreuz auf die Volumenspitze.

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Jetzt erkennt man leicht, welche Kerze sich genau darüber befindet. Dann merkt man sich die Kerze, wählt das Linienwerkzeug aus und zeichnet die horizontalen Linien ein. Eine am oberen Docht und eine an der unteren Lunte. Schon hat man sich zwei Linien eingezeichnet, an denen man eine Long-Position aufbauen kann. Man kann jetzt wunderbar sehen, wie diese vom Kurs honoriert werden. Er prallt öfters daran ab.

Den Stop setzt man jetzt natürlich unter die untere Unterstützungszone. Auch hier sollte man sehr darauf achten, den Stop nicht allzu eng zu setzen, da einzelne Kerzenlunten gerne mal über die Unterstützungslinie hinausschießen aber der Markt dann letztendlich doch in profitabler Richtung weiterläuft.

Andersherum funktioniert das ganze natürlich genau so. In einem bärischen Markt fungieren die horizontalen Linien nicht als Unterstützungs-, sondern als Widerstandslinien. Wichtig zu verstehen ist, dass der Kurs nicht long gehen muss weil eine Volumenspitze auftritt. Er kann ebenso gut short gehen.

Sie sehen also dass man das Volumen wunderbar dazu verwenden kann, um Widerstands- und Unterstützungszonen zu finden und sie sich bestätigen zu lassen. Wenn man das Volumentrading mit der herkömmlichen Chartanalyse verbindet, hat man die besten Signale aus zwei Welten und warum sollte man darauf verzichten und sich nur auf eine Sache konzentrieren.

 

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